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Weiterverfolgung Kraftwerksprojekt Obere Isel: eine Provokation!


Provokation für Naturschutz, Bürger, Wissenschaft und Politik


Die Isel im VirgentalDie gut informierte Tiroler Tageszeitung berichtet: "Kraftwerk Obere Isel geht doch in die Verlängerung" und analysiert diesen Schritt der Kraftwerksbetreiber mit deutlichen Worten.

Erinnern wir uns an die lange, wechsel- und z.T. schmerzvolle Vorgeschichte:

  • wie auch Hinweise auf die Winterarmut der Gletscherbäche und die dadurch stromwirtschaftliche Fragwürdigkeit vor weiteren Kraftwerks-Planungen nicht Abstand nehmen ließ ...

  • wie den Bürgern im Virgental durch dieses Kraftwerk geradezu Milch und Honig versprochen wurde ...



Wer hinter dem Kraftwerksprojekt steckt:

Ursprünglich war es die Projektentwicklungsgesellschaft Infra, welche den Virgentaler Gemeinden mit Hilfe zweier Werbeagenturen Milch und Honig versprach. Diese Infra plante auch das Stanzertal-Kraftwerk, welches für das Virgental als Lehrbeispiel gelten könnte.

Die Infra ist inzwischen verschwunden.

Wie die mit den Gemeinden Virgen und Prägraten abgeschlossenen (z.T. geheimen) Verträge aussahen, umriss das Nachrichtenmagazin Echo.

Die nunmehrigen Verhältnisse der "Wasserkraft Obere Isel GmbH" (WKOI) mit handelnden Personen und Gesellschaftern verzeichnet das "FimenABC"; dort sind auch Informationen über weitere Funktionen der handelnden Personen sowie Firmenverflechtungen zu finden.

Was hinter diesem neuen Anlauf der Kraftwerksbetreiber steckt,

lässt sich nur vermuten:

Es wird kaum anzunehmen sein, dass sich der nunmehrige Hälfteeigentümer ILF nicht über die rechtliche Situation, den Widerstand in der Bevölkerung und die Absage durch das Land informiert hat, sind zwei andere Hintergründe denkbar:

  • Die beteiligten Gemeinden wollen ihren Bürgern zeigen, dass sie alles für die Realisierung versucht hätten, aber die Landesregierung (oder wer immer) hätte dies verunmöglicht und solle daher die bisher von den Gemeinden in das Projekt gesteckten und nunmehr verlorenen Kosten refundieren

  • oder sollte eine alte Idee des Bürgermeisters von Virgen aus dem Jahre 2011 wieder zum Tragen kommen: Lösegeld für die Isel - also Geld von der Allgemeinheit für den Nichtbau eines Kraftwerkes? ...



Was durch diesen neuen Vorstoß der Kraftwerksbetreiber in Frage gestellt werden kann:


Gefährdet wäre auch die gerade in Fließgewässern weltweit besonders bedrohte Artenvielfalt, zerstört der Ruf der Isel als letzter großer freifließender Alpenfluss Österreichs, als Beispielsfluss für die Wissenschaft und als Teil des großen europäischen Naturerbes Natura 2000.

Jedenfalls:
Eine Wiederaufnahme des Kraftwerksprojektes Obere Isel (Ausleitung der Isel im gesamten bewohnten Virgental) wird entschiedensten Widerstand nicht nur in Osttirol, sondern auch im übrigen Österreich und weit darüber hinaus hervorrufen


Auch das Flussheiligtum Kalserbach ist bedroht In diesem Sinne sprachen sich auch alle Initiativen bei der gestrigen Veranstaltung des WWF am Kalserbach aus:

Eine Ausleitung des Kalserbaches würde nicht nur dieses Flussheiligtum in Frage stellen, sondern zusammen mit anderen Kraftwerken an den Iselzubringern das Gesamtsystem Isel gefährden.

Die Tiroler Tageszeitung, die Kleine Zeitung und Radio Osttirol berichten hierzu ebenso ausführlicher wie Dolomitenstadt.

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