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Bodenseers Mauschelwünsche

Ein gewisser Herr Jürgen Bodenseer, seines Zeichens Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer, fühlte sich ebenfalls bemüßigt, Briefchen nach Brüssel zu schicken und Weisheiten zu Natura 2000 von sich zu geben.


Der Tauernbach unter GrubenBodenseer war - von anderen Sonderbarkeiten abgesehen - bisher schon mehrfach durch sehr unbedarfte Äußerungen zu Natura 2000 aufgefallen. Nun aber erhebt er ganz unverblümt die Forderung, die EU möge auf die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie verzichten; Naturschutz solle lediglich regional erfolgen.

Wie störend ist doch der Umstand, dass das Gemauschel und gegenseitige Händewaschen zwischen Wirtschaft und Politik auf Kosten der Natur in unseren Bundesländern gelegentlich an Grenzen stößt, welche die EU vorgibt; wie gefürchtet ist die EU offensichtlich, weil ihre Beamten keinem vorauseilendem Gehorsam gegenüber Landes-, Bezirks- und Dorfkaisern unterliegen!

Womit sich Bodenseer als Anwender zweierlei Maßes besonders demaskiert: "das Lobbying vermeintlicher Umweltorganisationen wie WWF oder Umweltdachverband" müsse überprüft werden!!

Was für die Wirtschaft mit ihren Tausendschaften von Lobbyisten in Brüssel gang und gäbe ist, wird der Zivilgesellschaft vorgeworfen - wobei Bodenseer und Konsorten offenbar nicht einmal den Unterschied verstehen können, dass Naturwissenschafter nicht mit erfundenen Behauptungen, sondern mit jederzeit überprüfbaren Tatsachen arbeiten.

Die konventionswidrige Ausgrenzung der Zivilgesellschaft aus Behördenverfahren hat in Österreich offenbar System. Unser Staat verstößt damit zwar seit Jahren gegen die Aarhus-Konvention und wird deshalb auch immer wieder verurteilt, macht aber keine Anstalten, diesen rechtswidrigen Umstand zu beseitigen. WWF und Ökobüro haben gerade wieder auf diesen Umstand hingewiesen.

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Ergänzend zum Thema in regionaler Hinsicht:

Ein Kommentar von Gottfried Rainer, einem der besten Kenner der Verhältnisse in unserem Bezirk und Zeitzeuge der letzten fünfzig Jahre.
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Und eine Außensicht auf Österreichs Umwelt- und Naturschutz:

Der EU-Report zu Österreichs Umweltpolitik.
In ihm werden bezüglich der Natura 2000-Ausweisungen gravierende Defizite festgestellt, bedingt durch die auf die einzelnen Bundesländer zersplitterte Vorgehensweise. Infrastrukturprojekte bedrohen den Gewässerschutz; Steuern könnten vom Bereich Arbeit auf den Umweltbereich umgelagert (und damit z.B. auch die überhöhten Stickoxidwerte verringert) werden.

Auf Seite 29 des Reportes wird zur Aarhus-Konvention angeregt: "Ergreifung der notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der rechtlichen Situation von NRO aus dem Umweltbereich, um Handlungen oder Unterlassungen einer Behörde in Bezug auf alle Sektoren der EU-Umweltgesetzgebung anfechten zu können".

Herr Bodenseer und so manch weitere Vertreter von Wirtschaft und Politik werden das nicht so gerne hören, wenn sie sich überhaupt damit beschäftigen sollten. Wir Bürger aber werden sie weiterhin sehr deutlich daran erinnern.

Natura 2000 und die Entsiedelung Tirols ...


Die spätwinterliche IselDOLOMITENSTADT berichtet über die neu entflammte Natura-2000-Diskussion und zitiert darin auch einen offiziellen Brief des Landes Tirol, mit welchem bei Präsident Jean Claude Juncker gegen dieses Arbeitspapier protestiert wird.

In den letzten Absätzen dieses (von LH Platter mit grüner Tinte unterschiebenen Briefes) wird die gesamte "Tiroler Bevölkerung" vereinnahmt und sogar eine "Entsiedelung" bemüht ....
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Welch dramatische Auswirkungen durch den Schutz einiger Gesteinsformationen und Bergmähder in Nordtirol und die Erhaltung von Sand- und Schotterbänken an Gewässern in Osttirol ....
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Zum Nachlesen: Der Empörungsbrief von LH Platter und Co

Umweltdachverband zur Nachnominierungsforderung der EU


Ein Bericht in der Kleinen Zeitung zur Nachnominierungs-Aufforderung der EU erwähnt, dass das Schreiben der EU zwei Wochen im Lande Tirol liegenblieb (man wollte wohl wirklich der TIWAG noch Zeit zum Einbringen ihres UVP-Ansuchens für das Tauernbachprojekt geben) - und zitiert auch Franz Maier, den Präsidenten der Umweltdachverbandes, zur aktuellen Situation.

Am Runden Tisch in Kals am 24. Juli 2014 wurden ja die verschiedenen Zonierungs- vorschläge vorgestellt; in jenem des Umweltdachverbandes war das gesamte Einzugsgebiet der Isel angeführt - was auch die EU nunmehr bestätigt.

EU kippt Natura-2000-Gebiete und fordert mehr


Ein Exklusivbericht in der heutigen Tiroler Tageszeitung:

EU kippt Natura-2000-Gebiete
Nachnominierungen reichen nicht aus, alle Osttiroler Gletscherflüsse müssen geschützt werden

Es geht im Schreiben des EU-Umweltgeneraldirektors Frank Vassen allerdings nicht nur um Osttirols Gletscherflüsse, sondern um insgesamt einige Hundert nachzunominierende Natura-2000-Schutzgebiete in ganz Österreich. Auch Tirol ist mit weiteren Bereichen betroffen.


Blühende Tamarisken am Tauernbach In seiner Analyse stellt Redakteur Peter Nindler fest, dass jetzt "kein politisches Herumgezicke" mehr helfen werde, sondern nur "klare, nachvollziehbare Ausweisungsvorschläge" gefragt seien.

Und im TT-Bericht über die Schwachstellen der Ausweisungen Tirols wird zur Nominierung des Iselgebietes die Argumentation der EU zitiert, „die dabei gezogenen Gebietsgrenzen sind jedoch in mehrfacher Hinsicht fachlich unzureichend“; die Abgrenzung habe (was ja immer schon bekannt war, aber im politischen Hickhack nicht wahrgenommen werden wollte) nach rein fachlichen Kriterien zu erfolgen, das heißt "unter Einbeziehung aller aktuellen und potenziellen Vorkommensbereiche der Deutschen Tamariske". Die Isel und ihre Zubringer mit allen Vorkommen der Deutschen Tamariske sind als funktionelle Einheit und Verbundsystem anzusehen.

Dies war auch seit jeher die Ansicht kompetenter Fachleute; auch das (von den Gemeinden des Iselgebietes initiierte) Poulationsgenetische Gutachten bringt sehr eindrucksvolle Argumente für eine Gesamtausweisung des Iselgebietes.


Herbstliche Tamarisken am Tauernbach Damit wird auch die Situation am Tauernbach neu zu bewerten sein. Der numehrige Antrag (siehe vorigen Beitrag) der TIWAG zur UVP ist offenbar ein Versuch, wenigstens einen Fuß in der Tür zu behalten.

Anzumerken ist, dass Kraftwerksanlagen durch Natura 2000 zwar nicht von vorneherein unmöglich gemacht werden, dass aber die Kriterien für eine allfällige Genehmigung solcher Anlagen ungleich strenger sind.

Diese neue - von Fachleuten nicht ganz unerwartete - Situation wäre nun ein für die TIWAG gesichtswahrender Ausstiegsgrund aus einem energiewirtschaftlich ohnehin mehr als fragwürdigem Projekt.

Tauernbachkraftwerk: TIWAG beantragt Umweltverträglichkeitsprüfung


Der winterliche Tauernbach: ein RinnsalJetzt besonders aktuell, das Tauernbach-Bild unseres letzten Beitrages, das wir hier nochmals zeigen:

Die TIWAG hat für ein Laufkraftwerk an diesem winterlichen Rinnsal eines Baches die Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht.

Das entsprechende Edikt findet sich auf der Website des Landes Tirol, dort auch weitere Unterlagen wie Zeitplan, Kurzbeschreibung des Vorhabens und eine Zusammenfassung der Umweltverträglichkeitserklärung.

Ganz offensichtlich will die TIWAG also ihr Projekt am Tauernbach weiter vorantreiben.
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Uns Bürger allerdings drängt die Frage: Wie sinnvoll kann ein Projekt sein, welches schon vor Jahren - in Zeiten eines deutlichen höheren Strompreises! - vom Energiebeauftragten des Landes Tirol ablehnend beurteilt wurde (TT vom 19.6.2009) und auch die Fachexperten des Landes Tirol äußerst kritisch bewerteten (dietiwag.org vom 31.8.2009 und Kleine Zeitung vom 1.9.2009).

Diese Kritik der Fachleute ist gut zu verstehen, wenn man die winterliche Wasserarmut der Osttiroler Gletscherflüsse wirklich kennt.


Null Stromerzeugung im Dorferbach-Kraftwerk der TIWAG
Auch scheint die TIWAG in Hinblick auf Gletscherbäche weitestgehend lernresistent zu sein - sonst hätte sie doch schon längst aus ihrem Fiasko mit dem Kraftwerk am Dorferbach in Prägraten Konseqenzen für den Tauernbach ziehen müssen.

Für dieses Dorferbach-Kraftwerk wurde der damals siebtgrößte Gletscherbach Österreichs abgeleitet - unter Inanspruchnahme der Ökostromförderung(!).

Seine Turbine steht im Winterhalbjahr aus Wassermangel und durch Gletscherschliffschäden immer wieder still - deutlich angezeigt durch das schöne Erzeugungsdisplay am Krafthaus in Hinterbichl (Bild links).

Auch das Schwarzach-Kraftwerk lief fallweise "ökologisch".
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Wiederum also die Frage: Sollten nicht die Entscheidungsträger in Konzernen und Politik für die Kosten derartig fragwürdiger Pojekte persönlich verantwortlich gemacht werden - statt später die Strombezieher für verlorenes Geld zur Kasse zu bitten?

Wieder auf Bürgers Kosten: "Stranded Costs"?


Hier wie dort bahnt sich eine Entwicklung an, die es schon einmal gegeben hat:

Unwirtschaftliche Wasserkraftwerke aus Prestigegründen - als Opfer allemal die Natur, voraussichtlich aber auch der schlussendlich zahlende Bürger.


Strafsteuer für unwirtschaftliche Kraftwerke Erinnern Sie sich noch an den Posten "Stranded Costs" auf Ihrer Stromrechnung zu Beginn der 2000-Jahre?

In den zugehörigen "Erläuterungen zur Stromrechnung" fand sich die verklausulierte Erklärung: "Stranded Costs:Beitrag gemäß ElWOG 2000 für Abdeckung von Erlösminderungen, die in Folge der Marktöffnung entstanden sind (für Verbräuche ab 01 .1 0.2001)."

Im Klartext: Eine Zwangseinhebung von Geldern für unwirtschaftliche Kraftwerke - ganz besonders für das letzte große Donaukraftwerk Wien-Freudenau.

Die Stromwirtschaft hatte dieses Projekt mit einer Flut von Werbeversprechungen der Bevölkerung schmackhaft zu machen versucht und es dann trotz zahlreicher Bürgerproteste durchgezogen - ungeachtet seiner exorbitant hohen Baukosten. Da sich das Kraftwerk dann bei weitem nicht rechnete, mussten alle Strombezieher Österreichs mit einem Extra-Obolus dieses Defizit (eben die "Stranded Costs") abdecken.

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Nunmehr könnten sich solche Vorgänge wiederholen.

Beispiel Murkraftwerk in Graz:

Schon Ende 2015 erstellte e3consult eine Studie zur Wirtschaftlichkeit dieses Murkraftwerkes. Nach ihr wäre die von der Energie Steiermark AG geplante Staustufe "eines der unwirtschaftlichsten Wasserkraftprojekte Österreichs".
Studienautor Jürgen Neubart fand in einem Vergleich mit 60 österreichischen Wasserkraftanlagen, dass das Murkraftwerk Graz mit 1,52 Euro pro kWh nicht nur überproportional hohe, sondern sogar die höchsten spezifischen Investitionskosten aufweist. "Eine Wirtschaftlichkeit kann deshalb praktisch nicht erreicht werden", so Neubarth. Der Studie zufolge könnte sich das Projekt noch in 50 Jahren mit einem Minus von 44,7 Mio. Euro zu Buche schlagen. Ursache dafür seien die hohen Investitionskosten von 110 Millionen Euro.

Diese mehr als fragwürdige Wirtschaftlichkeit ließ schon vor Jahren die Verbundgesellschaft aus der vorgesehenen 50-Prozentbeteiligung aussteigen; jüngst hat sie sich mit einer Alibibeteiligung von kargen 12,5 Prozent sich wieder angemeldet - eher eine (politisch verordnete) Pflichtübung als ein Zeichen unbedingter Überzeugung.
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Beispiel Kaunertalprojekt der TIWAG:

Auch Tirols Landesgesellschaft TIWAG will das Projekt Kaunertal weiter verfolgen. Sie ließ dazu eine Studie des internationalen Wasserkraftverbandes erstellen. Diese Studie lobte z.B. zwar die Werte der Wasserqualität und andere Parameter, attestierte aber auch "fehlende Wirtschaftlichkeit", so die Tiroler Tageszeitung.

Auch dieses Manko wird man ja im Fall des Falles von der Bevölkerung abdecken lassen können - nicht über den Strompreis (hier könnte der Konsument ja auf billigere Anbieter ausweichen), sondern über eine für alle Strombezieher gleichermaßen gültige Zwangseinhebung - nach dem Vorbild der seinerzeitigen "Stranded Costs".

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Unsere Wasserkraft-"Fachleute":

Wie kompetent gerade beim Wasserkraftkonzern TIWAG die Entscheidungsträger sind, offenbart sich immer wieder. So berichte die Tiroler Tageszeitung am 3. Dezember 2016, dass am 29. Nobember 2016 ein "historischer Tageshöchstwert" des Stromverbrauches in Tirol zu verzeichnen war; nicht zuletzt führte ein Masseneinsatz von Schneekanonen zur höchsten Verbrauchsspitze in der Geschichte der TIWAG.


Der winterliche Tauernbach: ein Rinnsal Was wußte der Vorstandsvorsitzende der TIWAG Erich Entstrasser hierzu anzumerken? Natürlich bloß den eingelernten Stehsatz, dass die Verbrauchsrekorde "die Notwendigkeit des ökologisch vertretbaren Ausbaus der heimischen Wasserkraft" unterstreichen würden.

Wie soll man aber auch die Details eines winterlichen Flusses oder Baches kennen, wenn man hoch droben in einem Wolkenkuckucksheim lebt? Da ist es dann eben nicht so leicht mitzubekommen, dass gerade dann am wenigstens Wasser fließt, wenn der Stromverbrauch am höchsten ist.


Wohl auch aus diesem Grunde wurde zumindest der seinerzeitige TIWAG-Chef Wallnöfer beim TIWAG-Projekt Tauernbach recht zurückhaltend, obwohl die politischen Hintergründe dieses Projektes schon vor Jahren unverkennbar wurden.
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Insgesamt aber: Sollten für die Mehrkosten derart politisch indizierter Kraftwerksprojekte nicht die Urheber persönlich verantwortlich gemacht werden anstelle der Bürger?

EU will künftig strenger auf Umweltrechte achten


"EU-Kommission verschärft Gangart in Umwelt- und Naturschutzfragen" - teilt der Umweltdachverband heute in einer Presseaussendung mit, "Schluss mit Verzögerungstaktiken bei Vertragsverletzungsverfahren - Hohe Strafzahlungen in Umweltverfahren drohen"


Die Isel im IseltalNunmehr soll es ein Ende haben mit jener kalkulierten Hinhaltetaktik, für die auch Österreich in Umweltangelegenheiten berüchtigt ist. Bei künftigen Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof sollen Strafzahlungen gleich mitbeantragt und dadurch bei Verurteilung sofort fällig werden.

So wird künftig also diese langjährige Verschleppungsmethode,wie wir sie am Beispiel Natura 2000 erfahren mussten, nicht mehr greifen.

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Die Presseaussendung des Umweltdachverbandes

Murkraftwerk Graz: Vollendete Tatsachen schaffen?



Überfallsartige Baumschlägerungen an der Mur in GrazWiederum ein Raupenfahrzeug - bei einer besonders traurigen Aufgabe:

Am 6. Feber 2017 um 6 Uhr früh - in der Dunkelheit des Morgens am Tag nach der Grazer Gemeinderatswahl - begannen geradezu überfallsartig die Motorsägen an der Mur inmitten der Stadt zu kreischen.

Eine lange Diskussion war vorausgegangen. Vor einiger Zeit sah es so aus, als ob der Bau eines Kraftwerkes an der Mur in der Stadt Graz unterbliebe (wir berichteten); die mitbeteiligte Verbundgesellschaft hatte sich aus dem Projekt zurückgezogen.


Kundgebung empörter Bürger in GrazIn der Folge verschärfte sich die Auseinandersetzung über Sinn oder Unsinn dieses Projektes, für welches Bürgermeister Nagl vehement eintrat. Bürger protestierten, die Stromgesellschaft flutete die Stad mit Werbeversprechungen. Nagl lehnte eine Volksbefragung dezidiert ab; Neuwahlen waren die Folge. Am Tag darauf ließ Nagl die Rodungsarbeiten beginnen.

Das berüchtigte "öffentliche Interesse" war der Ausnahmegrund, mit dem das Kraftwerk trotz negativer Umweltverträglichkeitsprüfung genehmigt wurde. Die Finanzierung ist noch nicht völlig gesichert.

©Fotos: "Rettet die Mur"


Informationen zu den Vorgängen:

Die Plattform "Rettet die Mur" protestiert vehement und berichtet über die Vorgeschichte;

der Verein "Mur findet Stadt" zeigt attraktive und sinnvolle Alternativen auf;

einen ausführlichen Beitrag zum Kraftwerk bringt NEWS: "So umstritten ist das Murkraftwerk";

Überlegungen zu möglichen Hintergründen stellt die unabhängige Bürgerliste Graz an ("Ein Bürgermeister und sein Immo-Netzwerk");

auf Youtube finden sich Beiträge wie "Securities räumen Aktivistinnen" oder darüber, wie Aktivisten geschlägerte Baumteile zum Grazer Rathaus bringen "Return to Sender" ....
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Anmerkung:

Vier größere Windräder in den Weiten Ostösterreichs könnten mit der gleichen Leistung wie dieses Kraftwerk den Grazern und der Mur all das ersparen ...

Den Iselfilm in voller Länge ansehen



Die Isel im Iselfilm Der mit so großer Begeisterung aufgenommene Iselfilm,
erstmals am 8. Juli 2016 in Lienz präsentiert und dann auch in anderen Orten öffentlich gezeigt, ist nun allgemein erlebbar:
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Dolomitenstadt hat diesen Film nun erstmals allgemein zugänglich gemacht, und zwar in gesamter Länge und voller Auflösung - ganz herzlichen Dank hierfür!

Sehen Sie sich den Film dort an!
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Und wenn Sie sich für die nun bald wärmere Zeit des Jahres eine Anregung für unmittelbares Erleben an der Isel holen wollen: auch hierfür hat Dolomitenstadt einen verlockenden Tipp: "Radeln am Fluss".

Auch hierfür Dank an Dolomitenstadt!

Drau: Auch hier arbeiten Bagger - sie zeigen, was Osttirol zum Großteil erspart blieb


Wir haben vor Jahren geschildert, was seinerzeit mit der Drau in Osttirol geschah: TIWAG-Opfer Drau:

Wie aus einem fröhlichen Alpenfluss ein über weite Strecken kärgliches Rinnsal entstand, in welchem immer wieder Bagger das nicht mehr abtransportierte Geschiebe entfernen müssen.


Drauschlamm wird aus dem Speicher Tassenbach herausgebaggert Gebaggert muss in bestimmten Abständen aber auch anderswo in dieser Kraftwerksanlage werden - und nun ist es wieder einmal soweit:

Der Eintrag an Sedimenten durch die Drau hat den nutzbaren Raum des Speichers stark vermindert - bis zu zwei Meter hoch haben sich Sand und Schlamm am Boden abgelagert und sollen nun entfernt werden.

Die lange Kälteperiode der vergangenen Wochen macht die Arbeit nicht ganz einfach: Schnee und eine dicke Eisschicht müssen beiseite geräumt werden, dann erst lassen sich die gewaltigen Muldenkipper mit dem unerwünschten Sedimenteintrag beladen.


Auch an anderer Stelle wird gebaggert Eine andere Räumungsstelle. Insgesamt ist hier eine regelrechte Großbaustelle entstanden, die Arbeiten werden noch Wochen dauern und den immer wieder als Positivbeispiel der Stromwirtschaft dargestellen Speicher ökologisch sozusagen auf Null stellen.

Das ohnehin spärliche Winterwasser der Drau fließt in ihrem alten Bett, nicht in den Speicher; die sonst ebenfalls in den Speicher mündenden Kleine Gail wird durch Schläuche direkt in den Überleitungstollen nach Amlach eingegeleitet.


Anderswo wird der Schlamm abgelagert- wiederum meterhoch uf großer FlächeEin weiteres Problem der Speicherräumung ist die nötige Schlammdeponie, die sehr große Flächen beansprucht; im Bild eine der beiden Deponien nordseitig des Speichers, deren Aufschüttung gerade erst begonnen hat. Am Ende wird diese gesamte derzeit noch schneebedeckte Fläche mit Schlammaushub meterhoch überschüttet sein.

Weiterer Schlammspeicherraum wird künftig rar werden - muss diese Speicherräumung mit nachfolgender Deponie doch auch weiterhin in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Das Ganze ist keineswegs eine ökologische Idylle und landschaftliche Attraktion - als solche wird der Speicher Tassenbach nämlich nach wie vor gerne dargestellt.
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Jedenfalls bieten diese Vorgänge und Bilder Gelegenheit zur Erinnerung an das, was vor gar nicht allzu langer Zeit an ähnlichen Eingriffen in Osttirols Landschaft geplant war - und was uns durch den Widerstand vieler Menschen unseres Bezirkes und weit darüber hinaus erspart geblieben ist.


Titelblatt Optionenbericht Erinnern Sie sich noch an den "Optionenbericht" der TIWAG von November 2004 - nicht einmal eineinhalb Jahrzehnte her?

Diese Wunschliste der TIWAG über mögliche Standorte künftiger Wasserkraftnutzung in Tirol erschien im November 2004 und enthielt insgesamt 29 Vorschläge für Einzelkraftwerke, zu 16 Optionen zusammengefasst.

Gleich drei Kraftwerksprojekte hätten Osttirol beglückt:
Option 14: Neubau Pumpspeicherkraftwerk Winkeltal
Option 15: Neubau Pumpspeicherkraftwerk Raneburg-Matrei
Option 16: Neubau Iselstufe Matrei-Lienz


Auch das wäre eine Speicher-Schlammwüste geworden Am aktuellsten war davon das Pumpspeicherkraftwerk Raneburg-Matrei: mit dem Hauptspeicher im Talboden des Tauerntales bei Raneburg (eine Verlegung der Transalpinen Ölleitung, der 380-kV-Leitung und der Felbertauernstraße wäre nötig gewesen) und einem Ausgleichspeicher direkt in der Hinteraue, einem Siedlungsgebiet von Matrei. Sogar auf einen dritten Speicherraum kam man - im ursprünglichen Frosnitztal inmitten des Nationalparks Hohe Tauern!

Netzwerk Wasser Osttirol brachte sehr bald Kritik an diesem Projekt, die sich nach der Veröffentlichung des offiziellen Syntheseberichtes des Landes massiv verstärkte.

Anmerkung: Dieser Prüfbericht des Landes Tirol zu den TIWAG-Optionen verschwand etwas später von der Website des Landes Tirol.

Dieser "Synthesebericht" des Landes war besonders entlarvend, da er deutlich machte, das letztlich auch die Ausleitung der Isel zwischen Matrei und Lienz folgen sollte.

In Matrei entstand eine sehr aktive Bürgerinitiative; Netzwerk Wasser Osttirol setzte verschiedenste Aktionen, darunter auch eine äußerst erfolgreiche Solidaritäts- und Unterschriftenaktion.

Sie finden zusätzliche Berichte über den Verlauf dieser Auseinandersetzung auf unserem Weblog ab dem Jahr 2005.

Das von der TIWAG noch verfolgte Projekt eines Tauernbach-Kraftwerkes (ein letzter Rest des Pumpspeicherprojektes Raneburg-Matrei) ist stromwirtschaftlich widersinnig und hat als bloßes "Sommerkraftwerk" äußerst geringe Chancen auf Realisierung.

Und letzlich wird uns auch das INFRA-Projekt einer Ausleitung der Isel im Virgental - mit einem Einlaufspeicher in Prägraten ähnlich wie in Tassenbach) und einem Ausgleichsspeicher am Eingang des Virgentales erpart bleiben.

Ausführliche Berichte hierüber finden Sie auf der Website der "Bürgerinitiative Kraftwerk Virgental" und hier bei uns.

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Insgesamt sei großer Dank an alle gesagt, die so konsequent und wirkungsvoll für die Erhaltung der Gewässer Osttirols eingetreten sind!!

Weitere Wachsamkeit ist allerdings nötig. Wir werden dranbleiben.

Isel: Bagger arbeiten für die Natur

Nun endlich darf gearbeitet werden.

Wir haben ja über die unerfreuliche, lange Vorgeschichte dieser bei Matrei geplanten Isel-Aufweitung ausführlich berichtet.


An der Isel in Seblas bei Matrei Das Projekt "Isel-Hochstein" der Wasserbauverwaltung wird die dort nach den Hochwasserkatastrophen 1965 und 1966 ziemlich eng verbaute Isel ökologisch deutlich verbessern und diesen Bereich als Naherholungsraum für Einheimische und Gäste besonders anziehend machen.

Die Arbeiten müssen im Winter durchgeführt werden, da die Isel jetzt ganz besonders wenig Wasser führt; auch wird die Lebewelt kaum beeinträchtigt.


Die obere Aufweitung an der Isel entsteht Die Umrisse der oberen Aufweitung beginnen sich schon abzuzeichnen:

Ein weites Flachufer ist im Entstehen, gut geeignet als Zugangs- und Erlebnisbereich; die Einmündung des Seitenbaches "Waier" wird erweitert und als Hochwasser- und Jungfischrefugium gestaltet.

Der etwas weiter flussabwärts liegende Bauabschnitt wird eine bei Hochwasser überströmte Halbinsel und einen Nebenarm der Isel mit naturnaher Einmündung des Schremsbaches erhalten.

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Die akteuere des Iselfilms Eine weitere Positiv-Meldung:

Im Tiroler Landhaus in Innsbruck wurde der Iselfilm vorgeführt, der schon in Osttirol begeistert beurteilt wurde.

Das Filmteam Christian Riepler, Daniel Egger und Thomas Zimmermann stellte den Film vor; Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe dankte den zahlreichen Osttiroler Bügerinnen und Bürgern, die sich seit vielen Jahren für eine Erhaltung der Isel eingesetzt haben.

Die Fotoausstellung von Daniel Egger über die Isel ist noch bis ersten Februar im Landhaus II zu sehen.

Schön, dass dieser prächtige Iselfilm nun auch in Nordtirol die Gelegenheit bot, die Isel als besonderes Juwel unseres Bezirkes näher kennenzulernen!

EuGH stärkt Rechtsstellung der Umweltorganisationen

Wiederum eine gute Nachricht:

In einer Grundsatzentscheidung im Fall C-243/15 vom 8.November 2016 stellte der EuGH fest, dass Genehmigungsverfahren - wie etwa die sog. Naturverträglichkeitsprüfungen - unter Artikel 6 der Aarhus Konvention fallen. Demzufolge haben Umweltorganisationen ein umfangreiches Recht auf Beteiligung in solchen Verfahren. Weiters steht diesen Organisationen demnach das Recht zu, alle Entscheidungen, die im Rahmen dieser Verfahren getroffen werden, direkt unter Artikel 9(2) der Konvention anzufechten, was wiederum voraussetzt, dass dieser Rechtschutz adäquate und effektive im Sinne von Artikel 9(4) der Konvention und Artikel 47 der Grundrechtcharta sein muss.

In einem Beitrag geht Ökobüro (die Allianz der Umweltbewegung) näher auf dieses Urteil und seine Auswirkungen ein.

Dort auch weitere Links zur Sache.


Jedenfalls werden sich nunmehr Umweltvereinigungen vor nationalen Gerichten dabei direkt auf Artikel 9(2) der Aahus-Konvention berufen können, um ihre Rechte einzufordern.

Iselaufweitung in Matrei: Gut Ding braucht gut Weil

Es war ein langer Weg bis zur nunmehrigen guten Nachricht, dass nun endlich die Iselaufweitung bei Matrei konkret in Angriff genommen wird.

Die Vorgeschichte ist lang:

Im Dezember 2014 war die in Matrei-Seblas geplante Iselaufweitung umsetzungsreif. Wir stellten dieses Projekt damals vor und auch den offenbar absolut willkürlichen Widerstand der Matreier Gemeindeführung.

Matreis Bürgermeister A. Köll blockierte das Projekt als erstes im Regionalmanagement; seine gegen das Projekt ebenfalls eingelegte Beschwerde wurde vom Landesverwaltungsgerichtshof abgelehnt.

Schließlich bestätigte sogar der Bundesverwaltungsgerichtshof die Unhaltbarkeit der Einwände Kölls gegen das Iselprojekt.

Doch immer noch nicht genug - es musste erst ein weiterer neuer Verzögerungsversuch Kölls überstanden werden, bis nun endlich dieses ökologisch und auch wirtschaftlich äußerst positive Vorhaben der Wasserbauverwaltung umgesetzt werden kann.

Schon im Vorjahr stellten wir für uns Bürger und Steuerzahler die Frage, wie lange man zusehen muss, wie derartige sinnvolle Projekte mutwillig sabotiert werden, wer die Gerichtskosten für solche Blockadeversuche trägt und die entgangenen Fördergelder ersetzen wird. Der Bürgermeister aus seiner Privatbrieftasche?


Doch nun freuen wir uns lieber über die Positiv-Meldung in Dolomitenstadt zur Verwirklichung dieses Vorhabens, das auch eine Bereicherung des Matreier Gebietes für die erholungssuchende Bevölkerung bringen wird!