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Sind Osttirols Gewässer nur Kilowattstunden?

Die Isel mit ihren Zubringern ist mehr als eine Summe von bloßen Kilowattstunden.
Dies versuchte eine Umweltschutzabordnung aus Osttirol in Innsbruck zu erklären, berichtet Dolomitenstadt.


Der winterliche Tauernbach: Strom für 20.000 Haushalte?Besonders zur Sprache kamen das Ausleitungsprojekt am Flussheiligtum Kalserbach und die TIWAG-Absicht, das mehr als fragwürdige Vorhaben am Tauernbach umzusetzen.

Das nebenstehende Bild des winterlichen Tauernbaches zeigt mit einem Blick, wie zweifelhaft die Argumentation der TIWAG für ihr Tauernbachprojekt ist: Es werde "20.000 Haushalte" mit Strom versorgen....

Wien als Sonnenenergie-Musterstadt

Was bei entsprechendem politischen Willen alles möglich ist (und wie armselig sich dagegen die Verhältnisse in Tirol darstellen), zeigt der Beitrag in oekonews "Wien startet größte Photovoltaik-Offensive der Geschichte".

Es ist ein kaum größerer Gegensatz denkbar:


Die sanfteste Form der StromerzeugungWien will bis schon 2040 CO2-neutral sein; dort nimmt die Politik selbst die Sache in die Hand:
Die Gesamtleistung der Photovoltaikanlagen soll schon bis 2030 auf ein Vielfaches steigen, PV-Anlagen auf öffentlichen und stadtnahen Gebäuden und Flächen werden entstehen, die Genehmigungsverfahren sollen vereinfacht und über eine eigene neue Servicestelle Bürger- und Betriebsanlagen entwickelt und gefördert werden - insgesamt auch ein starker Impuls für den Wiener Arbeitsmarkt.

In Tirol will man erst 2050 CO2-neutral sein. Man beruft sich hierzu auf die TIWAG, welche allerdings bestimmt, was ihr gefällt (und ihrem Aufsichtsrats-Päsidentem lukrative Geschäfte verschafft). Sie will mit stromwirtschaftlich fragwürdigen Kraftwerken (wie z.B. dem Tauernbach-Projekt) auch unsere letzten Flusslandschaften zerstören.

Bereits 2015 hat die TIWAG vorsorglich und deutlich erklärt, dass sie keinerlei Interesse an anderer Stromerzeugung als Wasserkraft habe - obwohl schon vorher im gleichen Jahr die Tiroler Landesstatistik darauf hingewiesen hatte, dass "Tirol nur mit Solarenergie durchkommen könnte" und dieses gewaltige Solarpotenzial Tirols schon seit Jahren auf der Website unseres Landes für jedes einzelne Dach Tirols abzurufen ist.
Alles, was die "Landesgesellschaft" TIWAG im Jahr 2020 zuwege brachte, war eine PR-Aktion, in welcher sie ihre "besondere Photovoltaik-Offensive" in Tirol vorstellte: ganze 65 Kleinanlagen!

Unsere politisch Verantwortlichen stellen sich noch immer tot; noch immer gibt es in Tirol bloß leere Wasserkraft-Phrasen und keinen landeseigenen Energieplan, der diesen Namen verdiente.

Zum Schämen geradezu angesichts wirklich ernstzunehmender Maßnahmen und Fortschritte anderswo ...

Report "Tatort Isel"


Die Isel hat im Iseltal bereits ihre Zuflüsse aus den Hohen Tauern gesammeltEinen neuerlichen Vorstoß für die Erhaltung des Flussystems der Isel stellt der ausführliche Report "Tatort Isel"des WWF dar, in welchem eindringlich die Bedrohung durch weitere Kraftwerksprojekte aufgezeigt und von der Politik ein umfassender Schutz verlangt wird.

Zu diesem Thema veröffentlicht der heutige "Osttiroler Bote" einen Leserbrief des Vereins Erholungslandschaft Osttirol (VEO) von Obfrau Mag. Renate Hölzl: "Ökologischer Ausbau der Wasserkraft nicht möglich"

Schwarzach: TIWAG entzieht noch mehr Wasser; Problem Tauernbach-Kraftwerk



Die Schwarzach vor ihrer Verstümmelung durch die TIWAG"Tiwag erweitert Kraftwerk an der Schwarzach" berichtet Dolomitenstadt über eine Aussendung der TIWAG; die TIWAG beabsichtige eine Verbesserung und Optimierung der bestehenden Anlage .....

Von der TIWAG wird auch bestätigt, was wir schon vor 15 Jahren bei Baubeginn dargelegt und woran wir auch später wieder erinnert haben: wie mit der seinerzeit absichtlich geringeren Wasserentnahme kräftig in den Ökostrom-Fördertopf gelangt wurde und dann nach Ablauf des Förderzeitraumes nun eine höhere Ausbeute angestrebt wird.

Diese Erweiterung ist allerdings äußerst umstritten - nicht allzuviel Winterertrag, und nahezu keine Rücksichtnahme auf Schutzgüter der Natur - daher erhob der WWF Einspruch bei der Europäischen Union.

Besonders problematisch ist auch die angeführte Absicht der TIWAG, das Tauernbach-Kraftwerksprojekt weiterhin zu verfolgen. Dieses ist ja - abgesehen vom Gefahrenpotential - allein durch seinen lächerlichen Ertrag im Winter (rund 10 Prozent des Jahresertrags im Winterhalbjahr!) stromwirtschaftlich widersinnig und anderen neuen Stromerzeugungsarten weit unterlegen. Aber von der Sinnhaftigkeit der Solarnutzung will die TIWAG ja im Gegensatz zu anderen Stromgesellschaften bis heute nichts wissen. Ihr Kenntnisstand ist offenbar noch nicht einmal bis zu den Hinweisen auf der Website des Landes Tirol gediehen; dort hätte sie schon seit Jahren die Erhebung der Solarpotenziale unseres Landes finden können.

Der Verein Erholungslandschaft Osttirol hat einen Leserbrief in Dolomitenstadt veröffentlicht; die Kommentare mancher Poster zeigen, wie jahrzehntelange Gehirnwäsche durch Wasserkraft-Werbephrasen der TIWAG den Blick auf die Realität verstellen kann.

FM4 zur Isel und zum Iseltrail


Ausführlicher Bericht zur Isel und zum Iseltrail:

Rosmarinblättriges Weidenröschen - eine Kostbarkeit am Iseltrail

Der ORF-Sender FM4 bringt einen ausführlichen Bericht von Chris Cummings zur Isel und zum Iseltrail: "Isel – The Great Survivor".

Chris Cummins hat die Bedeutung der Isel in einen großen Rahmen gestellt; von ihm kann man auch noch einige Tage in der Radiothek eine Episode zur Isel anhören, weitere werden folgen.

Ein guter Start ins neue Jahr 2021 - danke!