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"Iseltrail": zügige Umsetzung



Die urige Isel im Virgental - ein Erlebnis! Im Herbst letzten Jahres stellten wir den "Iseltrail" vor, einen entstehenden Weitwanderweg entlang der Isel von Lienz bis in das Umbaltal.

Wie Dolomitenstadt nunmehr berichtet, wird emsig an der Umsetzung gearbeitet; bereits im kommenden Sommer soll mit einer "Schnuppervariante" gestartet werden.

TVBO-Obmann Franz Theurl: „Im Sommer werden wir mit unseren Rucksäcken am Gletschertor stehen.“

Kraftwerk Schwarzach: Erweiterung auf Kosten unserer Natur

Wir haben es schon vor mehr als 10 Jahren festgehalten: Die Tiwag will späterhin die Schwarzach noch stärker ausbeuten als bisher. Und später, bei der feierlichen Eröffnung der ersten Ausbaustufe des Schwarzach-Kraftwerkes, bestätigt dies auch Bürgermeister Hopfgartner.

Auch auf den Hintergrund dieses ratenweise Kraftwerksbaues haben wir seinerzeit hingewiesen: Zuerst wollte die TIWAG den Ökostromtopf plündern - und nach Ablauf des zehnjährigen Förderungszeitraumes der Schwarzach noch mehr Wasser entziehen!


Die Schwarzach - wie sie früher flossNun ist es tatsächlich soweit.

Nachdem die wasserrechtliche Genehmigung schon früher erteilt worden ist, soll nun dieser noch extremeren Gewässerausbeutung in einer Art Ablasshandel ein naturschutzrechtliches Mäntelchen umgehängt werden. Über diese Tamariskenpflanzaktion haben schon im Vorjahr Medien kritisch berichtet, z.B. besonders treffend Dolomitenstadt.

Anfang März wurde in Innsbruck die naturschutzrechtliche Verhandlung durchgeführt. Landesumweltanwalt und Umweltvereine (auch unser Verein Erholungslandschaft Osttirol) haben ablehnend Stellung bezogen und diese begründet. In einer Aussendung des WWF sind massive Bedenken und die Begründungen dafür angeführt (siehe z.B. Tiroler Tageszeitung oder auch Dolomitenstadt (siehe in beiden auch die Diskussion!).

Gleichwohl aber ist an einer Genehmigung dieser Kraftwerkserweiterung kaum zu zweifeln - allzu eng ist in Tirol das Naheverhältnis von TIWAG und Politik (und dieser oft fügsamen Beamtenschaft).

Trotzdem bleiben aber die (auch gutachterlich belegten) Tatsachen:

Durch den künftig noch stärkeren Wasserentzug wird sich der Wasserlebensraum weiter verkleinern und in den Sommer- und Herbstmonaten die mittlere Wassertiefe und Fließgeschwindigkeit abnehmen. All dies sind entscheidende Faktoren für die Dynamik eines Gewässers und dessen Qualität für bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

Besonders problematisch sind diese Veränderungen für das Fortkommen der Ufertamariske, die in einzelnen Bereichen der Ausleitungsstrecke (noch) auftritt. Auch die Schaffung eines Ersatzlebensraumes oberhalb der Ausleitungsstelle garantiert keineswegs einen dauerhaften Bestand.

Die Schwarzach-Tamarisken sind deshalb von Bedeutung, da sie Teil einer Metapopulation (übergeordnetes Großvorkommen) sind, wie das populationsgenetische Gutachten Scheidegger klar dargestellt hat; ihre Erhaltung ist von daher für den Gesamtbestand von größter Bedeutung.

Zur Tamariske im Zusammenhang mit Kraftwerksbauten erschien 2014 eine Arbeit von Prof.Dr.N.Müller mit der besonders schwerwiegenden Abschlussbemerkung:

„Auf Grund der akuten Gefährdung der FFH-Lebensräume „Alpine Flüsse“ in der EU und im Besonderen im Alpenbogen, müssen der Schutz der letzten größeren naturnahen Fließstrecken mit naturnaher Abfluss- und Geschiebedynamik und die Erhaltung der letzten Populationen der Tamariske oberste Priorität haben.“

Wie erklärt man dies aber wertblinden Politikern oder Technikern?

Studie: Ohne Sonnenstrom verfehlt Tirol seine Energieziele

Könnte es eine klarere Bestätigung unserer Darlegungen im letzten Beitrag (unten) geben, als den Exklusiv-Bericht der Tiroler Tageszeitung: "Ohne Solar am Dach scheitern Energieziele in Tirol"?

Eine im Auftrag des Landes Tirol erstellte Studie hat klargestellt, dass neben einer sehr deutlichen Senkung des Endenergieverbrauches ein weiterer Ausbau der Wasserkraft keineswegs ausreicht, sondern eine "massive Offensive beim Ausbau von Photovoltaikanlagen" nötig sei; "85 Prozent aller geeigneten Dachflächen sind deshalb mit Modulen zu bestücken - etwa 20mal mehr als der heutige Bestand in Tirol".

Befragt zu dieser Studie reicht das energiewirtschaftliche Fassungsvermögen des zuständigen Tiroler Landespolitikers offensichtlich nur bis zum jahrzehntelang eingeübten Stehsatz: „Wir sehen, dass der Ausbau der Wasserkraft unbedingt notwendig ist.“

..... War da nicht noch etwas?

Daher nochmals:
OFFIZIELLES TIROL: BITTE AUFWACHEN!!!

Winterertrag: Sonnenstrom weit vor Wasserkraft

"Auf allen geeigneten Dächern Tirols könnte man so viel Energie erzeugen, wie jährlich in Tirol verbraucht wird" zitiert die "Tiroler Tageszeitung" am 11. Juni 2015 den Leiter der Landesstatistik Manfred Riedl. "Das sorgte selbst unter Fachleuten für Staunen".
Riedl hatte die Interreg-Studie "SOLAR TIROL" über die Solarpotentiale in Tirol und Südtirol dagestellt, deren umfangreiche Ergebnisse öffentlich zugänglich sind; besonders interessant darunter z.B. die Karte mit den Solarpotenzialen, auf welcher für jedes Gebäude Tirols die Nutzungsmöglichkeiten für Photovoltaik und Solarthermik abrufbar sind!

Sonnenstrom - auch im Winter ergiebig!Und welche Praxiserfahrungen gibt es zum Sonnenstrom?

Der Sonnenstrom liegt in seinem Wintertrag weit vor dem vieler Wasserkraftwerke, wie ein Blick auf die Ertragsstatistik zeigt.

Überzeugen Sie sich selbst, an aktuellen Beispielen aus unserem Bezirk.

Die PV-Anlage der Gemeinde Iselberg-Stronach z.B. hatte im abgelaufenen jahr 2018 nicht nur - wie auch in den Vorjahren - einen deutlich höheren Ertrag als vorausberechnete Durchschnittwerte, sondern ein Sommer-Winterverhältnis von fast genau 70% zu 30 %; in anderen Jahren war es noch günstiger.

Auf der Webseite PV-Monitoring der Firma sunesolution können Sie die Daten und Erträge dieser zitierten Gemeinde-Anlage Iselsberg Stronach (dzt. an vorletzter Stelle der Übersichtstabelle) ansehen, darüber hinaus auch die einer großen Anzahl weiterer kommunaler und privater Anlagen in Osttirol und Oberkärnten abrufen.

Die Sinnhaftigkeit der Solarnutzung wird anderswo erkannt, auch in bisherigen Wasserkraftkonzernen.

So sieht z.B. der Vorstandsdirektor der Verbundgesellschaft Wolfgang Anzengruber die Photovoltaik "massiv kommen" und verlangt ihren starken Ausbau, "wenn wir eine Chance haben wollen, die Klimaziele zu erreichen"(Kleine Zeitung 18.5.2018). Anzengruber schlägt auch eine Änderung der Bauordnung vor, "die dann kein neues Haus mehr ohne PV-Anlage auf den Dach erlaubt. Auch auf ungenützten Industrieflächen müssen wir PV-Anlagen errichten" (OÖNachrichten 15. 05.2018).

Auf weitere Lernbeispiele für die TIWAG über den Umgang anderer Stromgesellschaften mit Photovoltaik haben wir schon verwiesen.

Was ist trotz dieser umfangreichen Unterlagen und bisherigen guten Erfahrungen zur möglichen Solarnutzung in Tirol inzwischen geschehen?

Fast nichts!
(von einigen initiativen Bürgern und Betrieben abgesehen)


Der Tauernbach bei Raneburg im WinterDie offizielle Politik des Landes beschwört mantraartig immer noch einzig die Wasserkraft und deren weiteren Ausbau; die TIWAG erst recht.

So läuft das Genehmigungsverfahren des TIWAG-Projektes "Wasserkraftwerksprojekt Tauernbach" noch immer, obwohl dieses Kraftwerk ein Verhältnis von Sommer- zu Wintererzeugnis von 92 zu 8 hätte (nicht einmal ein Drittel des Winterertrages der allermeisten Solaranlagen bei uns!), also ein reines Sommerkraftwerk wäre. Trotzdem streut die TIWAG immer noch dümmliche Werbephrasen in das Volk.

Unsere Bäche wachsen nicht nach, die meisten und ergiebigsten sind schon stromwirtschaftlich genutzt; im Winter fällt das Angebot an Wasserkraft drastisch ab - obwohl zu dieser Zeit der Stromverbrauch am höchsten ist.

OFFIZIELLES TIROL: BITTE AUFWACHEN!!!