loading
Ein unmoralisches Angebot

Mitte Februar lud der Matreier Bürgermeister seine Osttiroler Kollegen zur Tiwag-Millionenshow. "Tiwag-Gelder für Projekte in ganz Osttirol" titelte daraufhin vollmundig der Osttiroler Bote. In der Köll-Variante kennt das Millionenquiz nur eine Frage: Willst du das Kraftwerk Raneburg? Wer laut und deutlich mit Ja antwortet, darf der Tiwag seine Millionenwünsche vortragen. Eine Skischaukel für Kals? Kein Problem. Ein Hotel für Lienz? Warum nicht gleich zwei? Die barmherzigen Ritter der E-Wirtschaft verteilen ihre Geschenke an die armen Osttiroler Gemeinden zum Wohl der Bürger und ganz besonders der politischen Mandatare.


Die Matreier Bäuerin Anna Steiner antwortet in einem Leserbrief auf dieses unmoralische Angebot. Ihren Worten ist nichts hinzuzufügen:

"Ich lebe im Tauerntal. Wird das geplante Pumpspeicher-kraftwerk Matrei-Raneburg verwirklicht, so wird das mein Umfeld und den Lebensraum meiner Nachkommen massiv verändern. Noch hat man den Bären nicht erlegt - aber um das Fell wird bereits gewürfelt. Die Bürgermeister und Touristiker einzuladen, Vorschläge und Talschaftsverträge auszuarbeiten, riecht nach einer sehr schäbigen Methode, sich auf fremde Kosten bereichern zu wollen.

Das Gebiet des geplanten Pumpspeicherkraftwerkes ist Privatbesitz. Eigentum von Leuten, die es in täglicher Arbeit bewirtschaften. Es bildet einen Teil des Einkommens der betroffenen Familien. Eigentum ist Privatnutzen und steht nicht Dritten zu. Wie nennt man nun Menschen, die sich am Eigentum anderer vergreifen? Nur weil 31 Gemeindeoberhäupter dazu eingeladen sind, wird das Angebot um nichts weniger schmutzig."

Anna Steiner, Matrei i. O.

zurück