Infoabend in Matrei: Wie wahren wir unsere Rechte?

Welche Rechte Bürgerinitiativen haben und "ob die Tiwag alles machen kann, was sie will" - darüber referiert Rechtsanwalt Josef Unterweger am Samstag, 26. November, 20 Uhr, im Kessler Stadel in Matrei. Alle Interessierten und alle die vom Bau des Pumpspeicher-Kraftwerks Matrei-Raneburg betroffen sind, sollen dort informiert werden, wie sie sich wehren können.

Sind Sie echt, Herr Dr. Moser aus Thurn?

An sich wäre ja nicht der Rede wert, was ein Herr Dr. Christian Moser am 17. November im Osttiroler Bote so zum Besten gab. Er beschimpft besorgte Naturschützer als selbsternannte Umweltpäpste, die "im Liegestuhl sinnierend dem einheimischen Arbeiter ... die Butter vom Brot stehlen." Das mag der Mann so sehen und auch schreiben. Meinungsvielfalt ist wichtig.

Uns macht nicht der Inhalt dieses Leserbriefes Gedanken, sondern die Identität des Schreibers. Das dörfliche Leben hat die Eigenart, dass jeder jeden kennt. Man kennt auch die, die einmal hier gelebt haben, die Zu- und Fortgezogenen, Verwandten und Bekannten. Ein harscher Brief im Osttiroler Bote führt da zwangsläufig zur Recherche. Wer ist dieser Moser, vulgo äh...? Und da wird´s lustig. Die echten Thurner in unserem Netzwerk haben ihn nämlich noch nicht gefunden.

Ein gefälschter Leserbrief? Das wäre allerdings ein starkes Stück. Wir haben manches Indiz, möchten mit der Veröffentlichung aber noch warten. Vielleicht kennt ihn ja doch jemand, den zornigen Herrn Dr. Moser. Wir würden ihn jedenfalls gerne kennenlernen.

Eine Pflanze kann die Tiwag stoppen


Tamariske Es klingt ja fast zu schön um wahr zu sein: eine eher unscheinbare Pflanze könnte am Ende der Held im Kampf um die Erhaltung unserer Gebirgsbäche und -flüsse sein: die deutsche Tamariske. Sie ist in Europa selten geworden und geschützt. An der Isel wächst sie und wäre in ihrem Bestand durch eine Flusskraftwerk - die noch immer drohende "Option 16" - aber auch durch den Bau von Matrei-Raneburg gefährdet. Zu sensibel ist das ökologische Gleichgewicht, um derart brachiale Eingriffe zu verdauen. Für den Schutz der deutschen Tamariske gibt es eine wirksame Maßnahme, nämlich die Erklärung der Isel zum Natura-2000-Gebiet.

Natura 2000 wurde in den vergangenen Jahren in Osttirol kontroversiell diskutiert. Wir möchten diese Diskussion versachlichen und die großen Chancen aufzeigen, die in der Bewahrung unserer Naturschätze liegen. Deshalb werden wir in loser Folge über das Thema Natura 2000 und unseren Kampf an der "Tamarisken-Front" berichten. Wir haben dazu eine eigene Rubrik eingerichtet.

Mehr als 2700 UnterstützerInnen - viele Briefe

Wir haben soeben die aktuelle Unterstützerliste hochgeladen, die auch die Namen aus dem Rücklauf unseres letzten Postwurfes enthält. Das Personenkomitee ist auf mehr als 2700 besorgte und engagierte Menschen angewachsen. Viele haben uns auch geschrieben, nachzulesen in der Rubrik "Briefe/Mails an uns".

Internes Dossier - die Hausaufgaben der Tiwag

Da hat jemand offenbar gewissenhaft mitgeschrieben: ein internes Papier der Tiwag listet alle Bedenken und Fragen auf, die bei der "Informationsoffensive" in Osttirol vorgebracht wurden. Viel besser könnte man die Gründe für eine Ablehnung des Kraftwerkes Matrei-Raneburg nicht mehr zusammenfassen. Noch gibt es keine Antworten auf diese fundierten und berechtigten Fragen. Die Probleme sind präzise definiert. Wir erwarten ebenso präzise Antworten und keine schwammigen Platitüden und PR-Worthülsen. Deshalb machen wir das Dossier öffentlich, klicken Sie einfach auf untenstehenden Link. Das Dokument "OSTTIROL_Fragen" steht zum Download bereit.

Van Staa im Klartext: zwei Kraftwerke, nicht eines!

Der Landeshauptmann von Tirol ist ein bekannter "Klartext-Redner". Am 17. Oktober traf er sich mit Landsleuten in Wien. Wenn man glaubt, auf Freunde zu treffen und dann schon wieder diese Osttiroler Kraftwerksgegner für Misstöne sorgen, kann einem Landesfürsten schon einmal die Hutschnur platzen. Dann wird´s tirolerisch, dann wird Klartext geredet: "Nicht ein Kraftwerk, jetzt sag ich euch einmal etwas, ihr kriegt´s zwei Kraftwerke in Osttirol." Aha! Megaspeicher Raneburg und was noch? Die Iselstufe Matrei-Lienz vielleicht? Dazu liest man in einem Pressetext der Tiwag vom 2. November: "Die Option 16 ist vom Land ausgeschieden worden und für uns kein Thema mehr." Was stimmt jetzt? Der aalglatte Pressetext der PR-Berater oder der Klartext-Sager des Tiroler Landeshauptmanns?

Machen Sie sich ein Bild:
Fotostrecke vom van Staa-Besuch
Dazu der Begleittext von Peter Unterweger

Personenkomitee: Verdoppelung in einem Monat!

Am 6. Oktober veröffentlichte das Netzwerk Wasser Osttirol die Namen von 1200 UnterstützerInnen quer durch alle Bevölkerungsschichten. Eine Doppelseite im Osttiroler Bote wurde klein bedruckt mit Namen gefüllt. Heute würden wir bereits 4 Seiten benötigen! In nur einem Monat hat sich die Zahl der Mitglieder des Personenkomitees fast verdoppelt. 2174 sind auf der Website derzeit angeführt, viele weitere Namen werden von den eingehenden Listen noch übertragen. Das macht Mut und motiviert! Apropos Website: Im Oktober stieg die Zahl der (ehrlich gezählten) Besucher auf über 2000 an, derzeit schauen rund 100 Menschen pro Tag hier vorbei. Empfehlen Sie uns weiter!

Gebt Feuer, ach wie schießt ihr schlecht!

Die berühmteste Zeile aus der Landeshymne bringt auf den Punkt, was die Tiwag samt hochbezahlter PR-Beraterriege in den vergangenen Tagen geboten hat. Das war zwar eine Kommunikationsoffensive, gezielt wurde aber eher schlecht. Einzig Bauerbund-Boss Steixner traute sich in die Höhle des Löwen - und musste auch entsprechend Federn lassen. Bruno Wallnöfer machte es sich leichter. Die Osttirol Werbung - hochdotiert aus Landesmitteln - ist nicht wirklich Frontgebiet in dieser Auseinandersetzung. Über alle Kommunikationsevents der Tiwag berichteten TT und Kleine Zeitung wie immer mit großer Sachlichkeit. Journalistisches Gewissen und echte redaktionelle Berichterstattung lassen sich zum Glück nicht kaufen. Und so bleibt der Tiwag für ihre Propaganda eben nur die "bezahlte Einschaltung".

Günther Hatz in der Kleinen Zeitung zur Tiwag-PR-Offensive:

"Jetzt wissen wir es: In Raneburg gibt's keine Staumauer, sondern einen Staudamm! Hinter 90 Metern stauen sich 20 Millionen Kubikmeter Wasser. Aus dem schönen See könnte der Tourismus seinen Nutzen ziehen. "Zum Schwimmen wird die Wassertemperatur wohl zu kalt sein", sagte Projektleiter Robert Boes. Außerdem: Von Zeit zu Zeit muss der Wasserspiegel um 20, 30 Metern gesenkt werden.
Gar keine Freude hat Boes mit den bösen Zungen, die behaupten, in den Speichersee könnten Lawinen donnern, das Iseltal fluten. Die Hochwasser 2005 hätten bewiesen: Diese Angst ist übertrieben und Mittersill hat auch ohne Speicherkraftwerk mit Überflutung gebüßt. Mit solchen Argumenten wird die Tiwag es nicht einmal mehr schaffen, ihre Mitarbeiter "Pro Raneburg" zu begeistern."

Steixner im Trommelfeuer der Bauern

Am Großkampftag der Kraftwerksbefürworter durfte auch Bauernbundobmann Steixner nicht fehlen. In der TT wird darüber berichtet: "Sehr emotionell" nennt ein Teilnehmer das Treffen am Mittwoch in Matrei. "Die Fetzen sind geflogen", erzählt ein anderer. Bauernbundobmann Toni Steixner kam mit den Grundbesitzern zusammen, die vom geplanten Pumpspeicher-Kraftwerk im Tauerntal betroffen sind. Nur eine Stunde stand zur Verfügung. Steixner begann ausladend, über die Notwendigkeit der Wasserkraftnutzung zu reden. Da explodierten die Bauern. Sie nahmen ihm das Wort.

Gesamter Artikel

Durchbruch: Nationalpark gegen Stauseeprojekt

Veröffentlicht hat die Nationalpark-Leitung - eine Dienststelle des Landes - ihre Einschätzung zum Raneburg-Projekt bisher nicht, der TT ist es dennoch gelungen, einen Blick in das Dokument zu werfen. Laut TT gehen die Verfasser der 14 Seiten umfassenden Stellungnahme mit dem Synthesebericht des Landes scharf ins Gericht und lehnen das Pumpspeicherprojekt im Tauerntal ab.


"Völlig schleierhaft" sei die Darstellung, liest man, dass auch das Kraftwerk Dorfertal-Matrei noch machbar sei. Das Gebiet liege im Nationalpark und stehe unter Natura-2000-Schutz. "Nicht nachvollziehbar" sei auch die Tourismus-Bewertung des Pumpspeicherprojekts im Synthesebericht. Denn: "Ein jahrelanger Kraftwerksbau als Eingangs-Szenario dürfte für Touristen, welche in einer Nationalparkregion urlauben wollen, wohl nicht ermutigend sein."

Gesamter TT-Artikel

Matreier Kraftwerksgegner enthüllen Infoständer und publizieren eigene Website


Schulter an Schulter, Seite an Seite standen am Montag Matreier Bauern, Wirtschaftstreibende, Umweltschützer, Touristiker, Fischer, Politiker und einfache Bürger im Kampf gegen das geplante Pumpspeicherkraftwerk im Tauerntal. Die Bürgerinitiative "Lebensraum Matrei-Nein zum Pumpspeicherkraftwerk Raneburg" hatte zur Enthüllung von Informationständern gerufen, 200 Interessierte kamen und staunten (Foto: Hatz/Kleine Zeitung). Zeitgleich mit dieser Demonstration vor Ort wurde unter der Adresse www.lebensraum-matrei.info auch die neue Website der Matreier Initiative ins Netz gestellt

Artikel zur Infoveranstaltung in der Kleinen Zeitung
Link zur neuen Website der Bürgerinitiative Lebensraum Matrei